30 So
31
1 Di
2 Mi
3 Do
4 Fr
5 Sa
6 So
7 Mo
8 Di
9 Mi
10 Do
11 Fr
12 Sa
13 So
14 Mo
15 Di
16 Mi
17 Do
18 Fr
19 Sa
20 So
21 Mo
22 Di
23 Mi
24 Do
25 Fr
26 Sa
27 So
28 Mo
29 Di
30
1 Do
2 Fr
3 Sa
4 So
5 Mo
6 Di
7 Mi
8 Do
9 Fr
10 Sa
11 So
12 Mo
13 Di
14 Mi
15 Do
16 Fr
17 Sa
18 So
19 Mo
20 Di
21 Mi
22 Do
23 Fr
24 Sa
25 So
26 Mo
27 Di
28 Mi
29 Do
30 Fr
31
Hinter den Spiegeln
Caroline Shaw (*1982)
Entr’acte
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73
»Ich mag diese Art, wenn Musik dich plötzlich auf die andere Seite von Alices Spiegel (im Wunderland) bringt, in einer Art irrwitzigen, feinsinnigen, farbigen Überleitung«, schrieb die amerikanische Komponistin, Geigerin und Sängerin Caroline Shaw über ihr Stück Entr’acte. Inspiriert wurde sie dazu 2011 von der Musik Joseph Haydns, als das Brentano-Quartett dessen letztes vollendetes Streichquartett op. 77 Nr. 2 spielte. Caroline Shaw ist die jüngste und überhaupt eine der ganz wenigen Frauen, die für eine Komposition den renommierten Pulitzer Preis erhielt – 2013, da war sie 30 Jahre alt. Sie begann bereits mit zwei Jahren, Geige zu spielen, und mit 13 Jahren schrieb sie ihr erstes Streichquartett. Die Komponisten der Wiener Klassik waren ihr dabei die wichtigsten Vorbilder.
»Hinter den Spiegeln«, zitiert nach dem Titel von Lewis Carrolls zweitem Buch nach Alice im Wunderland, ließe sich auch auf Mozart selbst beziehen. Hatte ihm seine bisherige Karriere als Wunderkind und musikalisches Genie eine beachtliche Lebensqualität beschert, so schien ihn das Glück in seinen letzten Lebensjahren sukzessive zu verlassen. Geldsorgen, Schulden, Umzug in eine ärmere Gegend, nachlassende Aufmerksamkeit; all das hatte er sich wohl anders vorgestellt. Dass der Musikbetrieb in Wien durch den russisch-türkischen Krieg lahmgelegt war, in dem Kaiser Joseph II. mit seinen österreichischen Truppen eine nicht ganz unwichtige Rolle spielte, machte die Sache nicht besser. Umso bedrückender klingt seine berühmte g-Moll-Symphonie KV 550, deren klassische Schönheit über jeden Beschreibungsversuch erhaben ist. Geschrieben hat er sie im Sommer 1788.
Kriegswirren beeinflussten zwanzig Jahre später auch Ludwig van Beethoven. Sein fünftes Klavierkonzert komponierte er unmittelbar vor dem Einmarsch der französischen Truppen Napoleon Bonapartes in Wien. Die kaiserliche Familie war bereits nach Ungarn geflohen, darunter auch Beethovens Förderer, Erzherzog Rudolf. Die ursprüngliche Verehrung, die Beethoven für Napoleon empfunden hatte, der die Ideale der Französischen Revolution in die Welt zu tragen schien, schlug in dieser Zeit in flammende Ablehnung um. Das Bild von den Spiegeln, hinter denen eine andere Welt lauert als erhofft, korrespondiert mit Beethovens Ertaubung, die in dieser Zeit so weit fortgeschritten war, dass er den Solopart seines letzten Klavierkonzerts bei der Uraufführung im Januar 1811 nicht mehr selbst spielen konnte.
Infos
Lampingstraße 16
33615 Bielefeld