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2. Saisonkonzert
Die mittelalterliche Dichtung Stabat Mater Dolorosa schildert mit eindringlichen Worten den Schmerz Marias angesichts des qualvollen Kreuzestodes ihres Sohnes. Diese zutiefst menschliche Perspektive auf das Passionsgeschehen hat bis in die Gegenwart unzählige Komponist*innen inspiriert.
Die wohl bedeutendste Stabat Mater-Vertonung des 20. Jahrhunderts stammt von Francis Poulenc, dessen überaus farbige und abwechslungsreiche Umsetzung als Höhepunkt im geistlichen Werk des französischen Komponisten gilt.
In einzigartiger Weise verbindet Poulencs Musik verschiedene stilistische Einflüsse zu einer Tonsprache von faszinierender Klangschönheit, die ebenso mit zartester Innigkeit wie mit geradezu vehementer Dramatik die große emotionale Bandbreite der dichterischen Vorlage abzubilden und ihre Zuhörer*innen tief zu berühren vermag.
Das 1947 entstandene Requiem von Maurice Duruflé gilt als Meisterwerk der französischen Kirchenmusik und zählt zu den schönsten und ergreifendsten Requiem-Vertonungen des 20. Jahrhunderts. In einzigartiger Weise verknüpft Duruflé in seiner Komposition mittelalterliche Gregorianik mit impressionistischer Sinnlichkeit. Aus der kongenialen Verbindung von betörend farbiger Harmonik mit der schlichten Klarheit gregorianischer Melodien entfaltet das Werk seinen lyrischen, trostspendenden Charakter. Getragen von tiefer persönlicher Empfindung zeigt Duruflé seine Meisterschaft in dieser Musik, die er dem Andenken an seinen Vater widmet.
Infos
Lampingstraße 16
33615 Bielefeld