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Selig
»Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ deutsches Requiem zu stellen vermag!«, äußerte sich der Musikkritiker Eduard Hanslick. Für den 33-jährigen Brahms bedeutete der überwältigende Erfolg seines Deutschen Requiems den endgültigen Durchbruch als Komponist.
Inhaltlich ist das Werk keine Totenmesse im Sinne der lateinischen kirchenmusikalischen Tradition, wie etwa bei Verdi oder Dvořak. Fern jeglicher kirchlichen Dogmatik nahm Brahms sich die Freiheit, die Texte für seine Komposition selbst aus dem Alten und Neuen Testament zusammenzustellen: Anstelle von Strafgericht und Erlösung am jüngsten Tag stehen hier das Gedenken an die Toten und die Tröstung der Lebenden im Zentrum. Diese besondere Hinwendung zum Menschen gibt dem Deutsche Requiem eine Sonderstellung im oratorischen Repertoire, wie auch Clara Schumann an Brahms formulierte: »Ich bin ganz und gar erfüllt von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise, wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend.«
Die Vier ernsten Gesänge bilden mit ihrer Auswahl biblischer Texte über die menschliche Vergänglichkeit ein kammermusikalisches Pendant zum 30 Jahre zuvor entstandenen Deutschen Requiem. Am Ende seines Lebens komponierte Brahms dieses musikalische Vermächtnis für eine Singstimme mit Klavierbegleitung. Im Konzert erklingt Bernd Wildens Neufassung des tief berührenden Werkes für Bariton, Chor und Orchester.
Infos
Lampingstraße 16
33615 Bielefeld