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Klaviertrios
Dass ein Komponist dasselbe Stück gewissermaßen zweimal komponiert hat, allerdings in verschiedenen Lebensaltern, war und ist eine Seltenheit. Natürlich haben Künstler*innen von jeher und in allen Kunstrichtungen einige ihrer Werke nachträglich noch einmal überarbeitet, aber mit dem H-Dur-Klaviertrio von Johannes Brahms verhält es sich doch ein wenig anders. Es ist sein erstes und zugleich sein letztes Werk dieser Gattung; er schrieb es als 21-Jähriger im Jahr 1854 – und nahm es sich 1889 nochmals vor, um es komplett zu überarbeiten: höchste Verdichtung statt romantischem Überschwang, motivische Arbeit statt flächiger Ausbreitung der Melodien, Melancholie des Alters statt »Sturm und Drang«.
Ludwig van Beethoven erfreute sich als junger Wahl-Wiener Künstler alsbald einer beispiellosen Aufmerksamkeit adliger Gönner*innen, die ihm Aufträge erteilten und Widmungen entgegennahmen. Mit Erzherzog Rudolph, dem wohl menschlichsten und musikalischsten Habsburger jener Epoche, verband Beethoven eine tiefe Freundschaft, und so nimmt es nicht wunder, dass er ihm nach anderen bedeutenden Werken auch das 1816 gedruckte B-Dur-Trio zueignete. In diesem letzten Klaviertrio übertrug er die Dimensionen und die gesangliche Aura seiner neueren symphonischen Werke auf die Kammermusik.
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Lampingstraße 16
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