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DESCRIPTION:http://prod.bielefeld-marketing.rz-betrieb.de/node/1819497\n\nJoseph
 Haydn (1732–1809) \nSymphonie Nr. 96 D-Dur The Miracle \n \nWilliam
 Walton (1902–1983) \nKonzert für Viola und Orchester \n \nDmitri D.
 Schostakowitsch (1906–1975) \nSymphonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 \n \n  \n
 \nUm die Uraufführung von Joseph Haydns Symphonie Nr. 96 in London 1791
 rankt   \nsich eine wunderliche Anekdote: Er selbst dirigierte das Werk
 und lockte das   \nPublikum bis an die Bühnenkante – man wollte
 »Papa« Haydn aus nächster   \nNähe sehen. Dann das Unglück: Der
 große Kronleuchter krachte von der Decke   \nauf die Stuhlreihen des
 Parketts. Bestürzung erfüllt den Raum\, dann –   \n»Mirakel!
 Mirakel!« – die erleichternden Rufe. Niemand war ernsthaft zu  
 \nSchaden gekommen\, weil man sich ja kaum auf den Sitzen hatte halten
 können.   \n»The Miracle« lautet fortan der Beiname dieser Londoner
 Symphonie\, Teil der   \nWerkreihe\, mit der für Haydn eine neue Ära
 begann. Wenngleich sich die   \nAnekdote eigentlich während eines anderen
 Konzerts ereignete\, bleibt die 96.   \nein Wunderwerk: Aus einer
 düsteren Einleitung entwickelt sich eine Symphonie   \nvoller
 Überraschungen\, Euphorie und Einfälle – bis eine scheinbar endlose  
 \nMelodie – »Mirakel\, Mirakel« – abrupt den Schluss einläutet. \n
 \nKomponist William Walton galt als »Bürgerschreck«\, als gnadenloser  
 \nAvantgardist\, seit er sich in jungen Jahren mit Façade\, einem  
 \nwild-experimentellen Werk zu Gedichten von Edith Sitwell\, vorgestellt
 hatte.   \n1928 begann er die Arbeit an einem Werk\, das die Bratsche als
 Soloinstrument   \nins Zentrum rückte: sein Konzert für Viola und
 Orchester. Thomas Beecham   \nhatte den Komponisten beauftragt\, für den
 Bratscher Lionel Tertis ein   \nSolokonzert zu schreiben – jedoch lehnte
 der das Werk als zu   \navantgardistisch ab. Der wohl bekannteste
 »Bürgerschreck« der   \nMusikgeschichte ersetzte ihn: Paul Hindemith
 spielte 1929 die Uraufführung   \ndes Konzerts. Tertis bekannte später:
 »Ich wusste Waltons Stil nicht zu   \nschätzen.« Ganz im Gegensatz zu
 Lawrence Power\, einem der führenden   \nBratschisten unserer Zeit\, der
 gemeinsam mit der polnisch-deutschen   \nDirigentin Ewa Strusińska sein
 hiesiges Debüt feiert. \n \n»Stalin ein Schnippchen geschlagen« –
 treffender lässt sich die 9.   \nSymphonie von Dmitri Schostakowitsch
 kaum beschreiben. Die Musikwelt wartete   \ngespannt auf das Werk\, galt
 die Neunte doch seit Beethoven als besonderer   \nHöhe- und Schlusspunkt
 im Schaffen eines Komponisten. Auch der sowjetische   \n»Triumph« im
 Kriegsgeschehen ließ entsprechend Großes erwarten: eine   \nmonumentale
 Huldigung\, einen Chor\, ein musikalisches Denkmal für Stalin. Und  
 \nwas schrieb Schostakowitsch? Eine Symphonie für kleines Orchester –  
 \nlebhaft\, witzig\, ohne Chor\, voller Anspielungen und Chiffren. Das
 Publikum   \nreagierte bestürzt. »Wer hören will\, hört«\, sagte der
 Komponist einst   \nund überließ es den Hörenden\, Ironie\, Abgründe
 und Hohn zu erkennen.   \nSchüler Rudolf Barschai resümierte: »Stalin
 war verspottet – zum Glück   \nhat Stalin das nicht verstanden.« \n
 \n(Stand: 30.05.2026)
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